WI2023 – Track: Distributed Trust, Security & Privacy

Track Description

Während wirtschaftliche Fragen rund um Trust, Security & Privacy bis vor kurzem noch durch jahrzehntealte Verschlüsselungstechniken oder durch Datensammlung insbesondere durch Plattformbetreiber geprägt waren, wurden gerade in den letzten Jahren einige Technologien entwickelt, die hier nicht nur neue Anwendungen ermöglichen, sondern bereits weltweite Verbreitung finden.

Allem voran gewannen Distributed Ledger Technologien (DLT, Blockchain) Bedeutung als neuartiges verteiltes System zur Konsensbildung. Mit Hilfe von DLT werden Transaktionen (und andere Daten) unveränderbar und überprüfbar gespeichert. Eine zentrale Instanz als “vertrauenswürdiger Dritter” ist dazu nicht erforderlich sondern wird durch Vertrauen in die Technologie und entwickelte Algorithmen ersetzt. Durch die Transparenz und Unveränderbarkeit eines distributed ledgers entstehen allerdings auch unmittelbar Herausforderungen im Datenschutz.

Jenseits von DLT tragen auch weitere Technologien dazu bei, dass in verteilten Systemen Sicherheit und Datenschutz aufrecht erhalten bleiben können. Besonders hervorzuheben sind hier Digital Identities, Verifiable Credentials, Zero-Knowledge Proofs, Federated Learning oder Differential Privacy.

Anwendungen der genannten Technologien reichen weit: DLT wird für organisationsübergreifenden Datenaustausch bis hin zum Prozessmanagement genutzt. Mit Hilfe von Smart Contracts wurden allerdings auch vollautonome Organisationen (Decentralized Autonomous Organizations, DAO), die mittlerweile zu ganzen Branchen  zusammengefasst werden (z.B. Decentralized Finance, DeFi), in denen teilweise bereits Milliardenbeträge gebunden sind. Digitale Identitätsnachweise werden durch Open Source Projekte oder private Anbieter zur Verfügung gestellt, allerdings auch von Regierungen weltweit diskutiert. Anwendungsbereiche für dezentrale Personen- und Maschinenidentitäten reichen dabei u. a. von der öffentlichen Verwaltung über die Gesundheitsindustrie bis zur Energiewirtschaft und der Elektromobilität.

In diesem Track sollen Anwendungen, Wirkungen, Herausforderungen und Chancen der genannten Technologien in Wirtschaft und Gesellschaft im Kontext von Trust, Security & Privacy diskutiert werden. Wir laden daher zur Einreichung innovativer und relevanter empirischer (qualitativer und quantitativer) Studien sowie gestaltungsorientierter Forschungsarbeiten und konzeptioneller/theoretischer Beiträge ein.

Track Topics

  • Vertrauensbildung in dezentralen Systemen (Vertrauen in IT, zwischenmenschliches, interorganisatorisches Vertrauen)
  • Governance in dezentralen Systemen (z.B. Tokenisierung von voting rights)
  • Usability in dezentralen Systemen
  • Auswirkungen auf Geschäftsmodelle (Veränderung bestehender Geschäftsmodelle, Entstehung neuer Geschäftsmodelle, disruptive Geschäftsmodelle, usw.), die Wertschöpfungskette (Disintermediation, Wechsel der Akteure, Vor- und Nachteile usw.), Organisationen (DAOs usw.), das Internet und die digitale Wirtschaft
  • Blockchain-basierte Datenmärkte, Daten als Zahlungsmittel
  • Tokenisierung, Digital Assets und NFTs
  • Herausforderungen von Decentralised Finance (DeFi)
  • Tokenbasierte CO2-Nachweisführung
  • Dezentrale Systeme, Datenschutz und Datensouveränität
  • Anwendungen und Herausforderungen Digitalen Identitätsmanagements (Personen- und Maschinenidentitäten)

Track Chairs

Gilbert Fridgen

Universität Luxemburg

Gilbert Fridgen ist Inhaber des PayPal-FNR PEARL Chair in Digital Financial Services at the Interdisciplinary Centre for Security, Reliability, and Trust, University of Luxembourg an der Universität Luxemburg. In seiner Forschung analysiert er die transformativen Auswirkungen digitaler Technologien auf einzelne Organisationen sowie auf die Beziehungen zwischen Organisationen. Er befasst sich mit dezentralen und potenziell disruptiven Technologien wie Distributed Ledgers, digitalen Identitäten, (verteilter) künstlicher Intelligenz oder dem Internet der Dinge.

Jens Strüker

Universität Bayreuth

Jens Strüker ist Professor für Wirtschaftsinformatik und Digitales Energiemanagement an der Universität Bayreuth sowie einer der Leiter des Fraunhofer Blockchain-Labors. Der Fokus seiner Forschung liegt auf Potentialen von digitalen Technologien für die (Energie-)Wirtschaft, insbesondere dem Einsatz von Informationstechnologien für ein Echtzeit-Energiesystem und für einen effektiven Klimaschutz sowie digitalen Maschinenidentitäten für die Co2-Nachweisführung.

Liudmila Zavolokina

Universität Zürich

Liudmila Zavolokina ist Postdoktorandin an der Digital Society Initiative der Universität Zürich (UZH) und aktives Mitglied des UZH Blockchain Center. Ihre Forschung ist designorientiert und konzentriert sich auf Vertrauensbildung, Geschäftspotenziale und Governance in digitalen Plattformen und Ökosystemen mit Fokus auf Blockchain Technologie. Zudem arbeitete Liudmila mehrere Jahre in der Softwarebranche in verschiedenen Funktionen, wie IT-Beraterin, Projektmanagerin, Business- und Systemanalystin.


Associate Editors

  • Christoph Buck, Universität Bayreuth
  • Carvalho Arthur, Miami University
  • Raffaele Ciriello, University of Sydney
  • Andreas Hein, TU München
  • Nadine Ostern, Bern University of Applied Sciences
  • Alexander Rieger, University of Luxembourg
  • Bruno Rodrigues, Universität Zürich
  • Tamara Roth, University of Luxembourg
  • Johannes Sedlmeier, Universität Bayreuth
  • Claudio Tessone, Universität Zürich
  • Tim Teubner, TU Berlin
  • Horst Treiblmaier, Modul University Wien
  • Nils Urbach, Frankfurt University of Applied Sciences